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180 historische Bücher an die Landesbibliothek Oldenburg übergeben

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Foto: Landesbibliothek Oldenburg

Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg hat rund 180 historische Bücher als Dauerleihgabe an die Landesbibliothek Oldenburg übergeben. Ein Teil der wertvollen Werke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stammt noch aus dem Oldenburger Kunstgewerbemuseum, dessen Sammlungen 1921 in die Bestände des Landesmuseums integriert wurden.

„Die Bücher sollen in der Landesbibliothek katalogisiert und für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, erklärt Museumsdirektor Dr. Rainer Stamm. „Sie bleiben Eigentum des Landes Niedersachsen und wechseln nur innerhalb Oldenburgs an den Aufbewahrungsort, wo sie fachlich am besten betreut werden können. Diese Kooperation ist für beide Landeseinrichtungen ein Gewinn.“ Das sieht Bibliotheksdirektorin Corinna Roeder genauso: „Die historischen Bücher aus dem Landesmuseum sind eine sehr schöne Bereicherung für die Landesbibliothek. Der Bestand ist ganz vielfältig und steckt voller Überraschungen. Es ist ein bisschen wie Weihnachten“, lacht Roeder.

Der 1887 gegründete Oldenburgische Kunstgewerbeverein erwarb für seine museale Sammlung neben Möbeln und Porzellan auch qualitätvolle Beispiele für Hand- und Druckschriften sowie für Bucheinbände, die als Anschauungsmaterial für oldenburgische Kunsthandwerker dienen sollten. So fand eine schöne kleine Handschrift, die 1602 in Italien mit goldener Tinte auf Pergament geschrieben und mit Rankenbordüren verziert wurde, ihren Weg nach Oldenburg. Ein Prunkstück der Büchersammlung ist zweifellos der in rotes Maroquinleder gebundene und reich mit goldenen Ornamenten verzierte Foliant, den in der Mitte das gekrönte Wappen der Familie Borghese mit Adler und Drachen schmückt. Das juristische Werk, das er enthält, wurde 1606 in Rom mit einem Privileg Papst Pauls V. Borghese (1605-1621) veröffentlicht. Das Buch war offenbar von Beginn an im Besitz der Borghese. Schlägt man den Deckel auf, so findet man innen das Exlibris von Marcantonio Borghese (1814-1886). Seine Bibliothek wurde 1892 in Rom versteigert. Der kostbare Band mit illustrer Provenienz wurde 1893 bei dem Münchner Antiquar Gottlob Hess erworben. 

Weniger kunstvoll, aber auf andere Weise hochinteressant ist eine Reihe von pharmazeutischen Fachbüchern, die der Apotheker und Zentrumspolitiker Bernhard König aus Löningen 1912/13 dem Kunstgewerbemuseum schenkte. König hatte bis 1907 die heutige „Alte Königs Apotheke“ geführt, die er 1883 von seinem Vater übernommen hatte. Ob die Bände aus dem Bestand der seit 1768 unter verschiedenen Eigentümern existierenden Apotheke stammen oder von König selbst zusammengetragen wurden, lässt sich nicht ausmachen. Ihre besondere Bedeutung erlangen die Stücke durch zahlreiche handschriftliche Anmerkungen, die von botanischen Notizen bis hin zu pharmazeutischen Rezepturen und Behandlungsanweisungen für bestimmte Krankheitsbilder reichen. Einen ersten Überblick über alle Bände bietet ein Verzeichnis auf der Homepage der Landesbibliothek unter https://www.lb-oldenburg.de/benutzung/recherche.htm#kataloge. Wer ein Buch einsehen möchte, sollte sich vorab per Mail an lbo@lb-oldenburg.de wenden.

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