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3 Trauerrituale für Kinder in Zeiten des Kontaktverbots

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Foto: Trauerland – Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e. V.

Trauerland leistet Hilfestellung beim Abschied nehmen.

Der Corona-Virus hält die Welt in Atem. Die Maßnahmen zur Eindämmung
ziehen sich durch alle Lebensbereiche und gerade Kinder und Jugendliche, die einen geliebten Menschen verloren haben und trauern, kämpfen mit den Folgen der Isolation. Statt Nähe und Miteinander heißt es jetzt Social Distancing: Keine Besuche bei Verwandten, kein Treffen mit Freunden und auch Beerdigungen können nur noch im kleinsten Kreis stattfinden.

„Viele Kinder und Jugendliche haben ohnehin Schwierigkeiten damit, im Alltag einen Ort für ihre Trauer zu finden“, sagt Trauerland-Gründerin Beate Alefeld-Gerges. „Wenn jetzt gemeinsame Zeremonien und Zusammenkünfte nicht stattfinden können, kann das Ängste und Gefühle von Einsamkeit verstärken.“ Bereits seit zwei Jahrzehnten berät und begleitet Alefeld-Gerges betroffene Familien. Drei Möglichkeiten, wie erwachsene Angehörige trauernde Kinder und Jugendliche unterstützen können, stellt sie hier vor.

1) Da sein und zuhören„Das Wichtigste ist, dass sich Angehörige bewusst Zeit für die Kinder nehmen und für sie da sind“, sagt Alefeld-Gerges. „Kinder haben ganz unterschiedliche Ausdrucksformen für ihre Trauer.“ Wichtig sei es, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen, auch wenn sie erst einmal ungewöhnlich erscheinen.

2) Ein Ritual etablieren„Vielen hilft es auch, ein tägliches gemeinsames Ritual in den Alltag einzubauen“, so Alefeld-Gerges. „Das können ganz unterschiedliche Dinge sein: Manche lesen abends gemeinsam oder zünden eine Kerze für die verstorbene Person an. Auch kleine Aktionen können helfen. Die Rituale geben Halt und öffnen den Raum für die Trauer.“

3) Freudetagebuch„Gerade in diesen Zeiten geraten schöne Momente leicht in Vergessenheit. Da wirkt manchmal alles bedrückend. Eine gute Übung ist es da, gemeinsam mit dem Kind zu überlegen, was ihm an dem Tag gefallen hat und es aufzuschreiben. Auch hier können dies kleine Dinge sein, wie ein Spaziergang bei Sonnenschein, der Anruf einer Freundin oder ein Eis zum Nachtisch.Durch das regelmäßige Bewusstmachen schöner Momente wird das Gehirn darauf trainiert, sie im Alltag leichter wahrzunehmen“, sagt die Trauerland-Gründerin.

Trauerlands 16 Trauergruppen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie die Einzelberatungen in Bremen, Oldenburg und Verden können derzeit nicht angeboten werden, doch das Beratungstelefon des Vereins ist jeden Werktag unter 0421 – 69 66 72 80 erreichbar.

Zudem ist eine Video-Reihe mit Übungen bei YouTube verfügbar:
https://www.youtube.com/channel/UCO2NnQvhrjtjOCifyCOhsEg

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