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Ausbau der Wasserstoffwirtschaft

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Foto: Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH

Wirtschaftsförderung stellt Strategiekonzept vor.

Das 141 Seiten starke Dokument trägt den etwas sperrigen Titel „Strategiekonzept zur Neuausrichtung der zukünftigen grünen Energiewirtschaft im Landkreis Wesermarsch“. Der Inhalt aber hat es in sich: Darin werden 53 Handlungsempfehlungen aufgeführt, durch die die Wesermarsch zur Energieregion mit überregionaler Ausstrahlung weiterentwickelt werden soll. Die Wirtschaftsförderung und das Energieberatungsunternehmen EnergieSynergie haben das Konzept Anfang der Woche im Rahmen einer Onlinekonferenz dem Kreistag und den Bürgermeistern im Landkreis Wesermarsch vorgestellt.

„Die Erstellung des Konzepts geht auf einen Antrag der SPD im Mai 2019 zurück“, erklärt Landrat Thomas Brückmann. Nach intensiver Diskussion im Wirtschaftsausschuss und im Kreistag habe man die Umsetzung und Finanzierung beschlossen. „Das Ziel lautete, die Potenziale aufzuzeigen, die in der Energiewirtschaft in der Wesermarsch liegen“, so Brückmann. Mit der Umsetzung wurde die Wirtschaftsförderung Wesermarsch betraut. Geschäftsführer Nils Siemen teilt mit: „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, mit Prof. Dr. Carsten Fichter einen ausgewiesenen Experten im Bereich der Energiewirtschaft zu gewinnen. Prof. Dr. Carsten Fichter ist Inhaber des Beratungsunternehmens EnergieSynergie in Ovelgönne und hat den Lehrstuhl „Windenergie, Energiewirtschaft und Speicherung“ an der Hochschule Bremerhaven inne.“

Da aufgrund von Corona Präsenzveranstaltungen momentan nicht möglich
sind, fand die Konzeptvorstellung am Montag im Zuge einer Onlinekonferenz statt. „Wir haben uns für diesen Weg entschieden, weil wir mit der Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen zeitnah beginnen wollen“, sagt Siemen. So sei es in 2019 gelungen, die Wesermarsch als Wasserstoffregion aufzustellen. Er erinnert dabei u.a. an das Projekt „H2brake-CO2“ der Stadt Brake, das eine Förderzusage über den bundesweit beachteten Hyland-Wettbewerb erhalten hat. „Diesen Weg wollen wir weiter voranschreiten“, so Siemen.

Prof. Dr. Carsten Fichter stellte den Kreistagsmitgliedern und Bürgermeistern im Landkreis Wesermarsch das Konzept vor: „Die Wesermarsch bietet u.a. aufgrund ihrer Küstenlage, der Anzahl der Kavernen und einer Vielzahl von Energieanlagen die optimalen Bedingungen für den Aufbau einer Energiewendedrehscheibe.“ Hierbei handelt es sich um einen Standort, an dem mittels Elektrolyse aus grünem Windstrom Wasserstoff produziert wird. Dieser kann anschließend in Kavernen gespeichert werden oder z. B. zu den Verbrauchern – z. B. den Industrieunternehmen – transportiert werden. „Auf diese Weise kann die Wesermarsch Ihre Position als Erzeuger grüner Energie stärken und weiter ausbauen“, so Fichter. Auf diesem Wege gelte es neben der Verwaltung und den Unternehmen auch die Bürger mitzunehmen. „Beim Ausbau der grünen Energiewirtschaft spielt Akzeptanz in der Bevölkerung eine wichtige Rolle“, so Fichter. Zwar sei die Zustimmung für den Ausbau von Windenergieanlagen in Umfragen groß, schwierig sei es aber, wenn diese vor der eigenen Haustür gebaut würden. „Deshalb wird im Konzept die Umsetzung eines Akzeptanzprojekts vorgeschlagen, bei dem der Dialog mit Bürgern im Zent-rum steht.“

Um die beschrieben Potenziale zu heben, wollen Landkreis und Wirtschaftsförderung im nächsten Schritt die Einrichtung eines Netzwerks
„Energieregion Wesermarsch“ auf den Weg bringen. „Wir wollen damit die Kräfte in der Wesermarsch bündeln und die Umsetzung der Projekte voranbringen“, so Brückmann und Siemen. Dieser Vorschlag sei bei den Kreistagsmitgliedern und Bürgermeistern auf positive Resonanz gestoßen. Im nächsten Schritt muss die Gründung durch die Gesellschafterversammlung der Wirtschaftsförderung beschlossen werden, bei der das Netzwerk angegliedert werden soll.

Das Strategiekonzept kann unter www.wesermarsch.de eingesehen werden. Weitere Informationen zum Thema Wasserstoff gibt es auch auf der Logistikkonferenz der Metropolregion Nordwest am Mittwoch, den 27.Mai 2020 „Grüner Wasserstoff – alternativer Kraftstoff für den Nordwesten“, der wegen der Corona-Pandemie ebenfalls online stattfindet.

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