Das große Feuer im kleinen Ort

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Foto: Feuerwehr Metjendorf

Nach einigen Tagen Verschnaufpause möchten wir die Chance nutzen hier einmal ganz nüchtern den Einsatz zum größten Feuer seit langem zu erläutern: Für jede freiwillige Feuerwehr ist ein Alarm in der Woche vormittags personaltechnisch schwierig, die meisten Kameraden befinden sich zu dieser Zeit an ihrem Arbeitsplatz.

Trotzdem traf unser Tanklöschfahrzeug 5 Minuten nach der Alarmierung ein und sah sich einer enormen Herausforderung gegenüber: Die erste Halle befand sich zu dieser Zeit (kann man auch auf den vielen YouTube- Videos sehen) bereits in Vollbrand, ein geparkter LKW fing gerade Feuer, eine Halle weiter brannte es auch bereits und drohte auf ein Aussenlager mit gepressten Plastik überzugreifen.
Leider kann man in dieser Situation nicht einfach so planlos mit dem löschen anfangen, jede jetzt getroffene Entscheidung prägt den Einsatz für die nächsten Stunden.
Da die erste Halle mit den anfänglich zur Verfügung stehenden Kräften nicht zu halten war mussten wir lösbare Ziele verfolgen: den Schutz der zweiten Halle, das abriegeln des Aussengeländes und das ablöschen des LKWs.

So einfach wie das klingt ist es dann aber nicht, diese Aufgaben können wir nicht alleine abarbeiten, es musste also umfangreich nachalarmiert werden, parallel war zu diesem Zeitpunkt schon die Feuerwehr Neuenkruge- Borbeck und die Feuerwehr Wiefelstede unterwegs, die Feuerwehr Gristede, die Wache 1 der Berufsfeuerwehr Oldenburg und die Feuerwehr Ofenerdiek folgten direkt im Anschluss.
Die ganze Zeit über durchgehend war kompetentes und hilfsbereites Personal der Firma Plömacher dabei und unterstütze uns, wo es nur konnte. Zeitweise waren 3 Bagger, 4 Gabelstapler und 2 LKWs mit eingebunden. Sie fuhren das Brandgut auseinander, retteten die Plastikballen, rissen in unserem Auftrag sogar ihre eigene Halle ein, damit wir weiter arbeiten konnten. Das alles unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit, von den 8 Verletzen, die versorgt werden mussten gehörten 7 zur Firma Plömacher.
Jeder an der Einsatzstelle spürte, das es hier nicht einfach um einen Arbeitgeber geht, sondern das hier mit Herzblut für den Betrieb gekämpft wird!
Da man anfangs Gefahrgut nicht ausschliessen konnte, wurde auch eine sogenannte Dekontaminationsstrecke aufgebaut, zum Glück bestätigte sich der Verdacht nicht, es brannte im wesentlichen gepresstes Papier.
Im weiteren Verlauf galt es die Statik der Hallen zu beurteilen, da sie lange Zeit einer enormen Hitze ausgesetzt blieben und so als einsturzgefährdet zu betrachten waren so das weitere Löscharbeiten nur außerhalb des Trümmerschattens und nur aus größerer Entfernung stattfinden konnten.
Um das machen zu können wurde das THW Oldenburg nachalarmiert, diese brachten sogar einen eigenen Bagger mit um weiter beim herausholen der Papierballen zu helfen.
Durch die Firma Harms wurde dann der vordere Bereich der Halle abgerissen, danach erst konnten die letzten Ballen aus der Halle geholt werden um alle einzeln auseinander gerissen, abgelöscht und umgeschichtet zu werden. Und diese schwere Aufgabe zog sich noch bis zum nächsten Tag bis ca 16:30h hin.

Wir möchten diese Plattform nutzen um uns besonders bei den vielen Helfern ausserhalb aber auch innerhalb des Blaulichmillieus zu bedanken:
Die direkt angrenzenden Nachbarn zeigten nicht nur Verständnis, sie boten auch überall Hilfe an, Kaffee, Kekse und auch das Angebot einer Toilette sind alles andere als selbstverständlich, ganz lieben Dank dafür!
Danke an A und S Frucht, die uns mit einem tollen Obstkorb überrascht haben, danke an EDEKA Husmann und Selgros, das wir unkompliziert und schnell uns mit Nahrung und Getränken eindecken konnten!
Ganz besonderen Dank an die vielen Angehörigen der Feuerwehrkameraden, die lange auf ihre Partner, Eltern usw verzichtet haben und als sie sie wieder hatten mit ihren Heldengeschichten genervt wurden 🙂 .
Danke aber auch an das DRK für die super Verpflegung und die Geduld, danke an die Pressevertreter, die uns mit Bildmaterial für die nächsten Dienste versorgt haben.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus
– Metjendorf, Neuenkruge- Borbeck, Gristede, Wiefelstede, Spohle, Mollberg also die gesamte Gemeinde Wiefelstede, aus der Gemeinde Rastede die Feuerwehren Rastede, Ipwege- Wahnbeck und Neusüdende, aus der Gemeine Bad Zwischenahn die Feuerwehr Bad Zwischenahn, Petersfehn, Kayhausen und Aschhausen und Elmendorf sowie die technische Zentrale Ammerland, aus Oldenburg die Wache 1, die Feuerwehr Ofenerdiek und die Drohnengruppe.
Bürgermeister Jörg Pieper war genau so vor Ort wie der Regierungsbrandmeister, der Kreisbrandmeister und sein Stellvertreter, der Gemeindebrandmeister und dessen Stellvertreter… insgesamt ca 160 Feuerwehrkameraden!
Dazu kam das DRK Wiefelstede und Westerstede, der organisatorische Leiter Rettungsdienst und der leitende Notarzt Rettungsdienst Ammerland.
Danke auch an die im Einsatz beteiligte Polizei, das war wirklich eine gute Zusammenarbeit!

Ein paar interessante Details noch zu diesem Einsatz:
Dauer ca. 30h! Feuerwehrleute aus Metjendorf im Einsatz 35 inclusive unserer super Catering- Truppe, ca 6000m B-Schlauch (das ist der ganz dicke) und ca 90 Atemschutzmasken.
Das ganze fand erschwerend durchgehend unter Corona- Bedingungen statt…

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