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Der Turmfalke

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Foto: Michelle Scheinert

Der Turmfalke ist der häufigste Falke in Mitteleuropa. Vielen ist
der Turmfalke vertraut, da er sich auch Städte als Lebensraum erobert
hat und oft beim Rüttelflug zu beobachten ist. Er war 2007 Vogel des Jahres in Deutschland und 2008 Vogel des Jahres in der Schweiz. Gebäudenischen oder Mauerlöcher dienen dem Kulturfolger Turmfalke als Nistplätze; häufig nisten sie in Kirchtürmen oder an Hochhäusern. Er nutzt dabei die obersten Regionen der Vertikalstruktur von Bauwerken, wo er Gefahren am wenigsten ausgesetzt ist.


Untersuchungen haben gezeigt, dass sich bei Weibchen elf und bei Männchen über neun unterschiedliche Lautäußerungen differenzieren
lassen. Die Rufe lassen sich in wenige Grundmuster unterteilen, deren Lautstärke, Tonhöhe und Frequenz je nach Situation variiert. Sowohl das Weibchen als auch das Männchen variieren dabei unter anderem den Bettelruf der Jungvögel, der auch als Lahnen bezeichnet wird. Besonders von Weibchen ist dieses Lahnen während der Balz zu hören oder wenn sie ihre Männchen während der Brutzeit um Futter anbetteln.

Das ti, ti, ti, das von manchen Autoren auch lautsprachlich als kikiki umschrieben wird, ist ein Erregungslaut, der vor allem dann zu hören
ist, wenn die Vögel am Nest gestört werden. Varianten dieses
Rufes treten auch kurz bevor das Männchen die Beute am Nest
übergibt auf. Der bereits im 2. Lebensjahr brütende Turmfalke legt meist 3 bis 6 Eier, in der Regel ab Mitte April. Die ockergelblich bis braunen
Eier sind meist stark gefleckt und zwischen 3,4 und 4,4 Zentimeter
lang. Das Weibchen brütet die Eier überwiegend allein aus.
Die Jungen schlüpfen nach etwa 27 bis 29 Tagen. In den ersten Tagen hudert das Weibchen die Jungvögel fast ständig und verlässt
sie nur für den kurzen Zeitraum, der notwendig ist, um vom Männchen die Nahrung zu übernehmen. Handelt es sich dabei um Mäuse, füttert das Weibchen ihren Nachwuchs vor allem mit Muskelfleisch, während sie selbst den Darm und das übrigbleibende Fell frisst. Haben die Jungvögel ihre zweite Lebenswoche vollendet, stellt das Weibchen zunehmend das Hudern ein. Beide Elternvögel versorgen dann unabhängig voneinander die Jungvögel mit Nahrung. In diesem Alter beginnen Jungvögel auch, die ersten Stehversuche zu machen. Am Ende der dritten Lebenswoche haben die Nestlinge das Körpergewicht eines ausgewachsenen Turmfalken erreicht. Der Wechsel vom Daunenkleid ins Gefieder der Jungvögel ist dagegen erst mit der vierten Lebenswoche abgeschlossen. Wie bei allen Falken sind auch junge Turmfalken untereinander kaum aggressiv, die Verluste durch Auseinandersetzungen zwischen den Jungvögeln sind daher sehr gering, zumal die Eltern bei der Fütterung der Jungvögel darauf achten, dass alle von der Nahrung abbekommen. Wenn die Jungvögel in fortgeschrittenem Alter sind, legen die Altvögel die Nahrung meist nur noch bei den Jungvögeln ab, die dann selbst fressen. Dabei kann es bei Nahrungsmangel zu ungleicher Verteilung kommen. Die schwächsten Jungvögel haben dann geringere Chancen, an ausreichend Nahrung zu kommen, und können in schlechten Jahren noch am Brutplatz sterben. Die ältesten freilebenden Turmfalken, deren Alter man anhand ihrer Beringung nachweisen konnte, erreichten ein Alter von 18 Jahren.

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