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Dieser Zug … Äh … Bus ist abgefahren – Alexandersfeld abgehängt

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Da hatten unsere Reporter mal einfach einen „Außeneinsatz“ direkt vor der Tür. Per E-Mail und Hausbesuch wurde die Redaktion des HUGO-Journals zu einer spontanen Demo eingeladen: an die Bushaltestelle Leuchtenburger Straße, vor unserem Büro. Es ging um den neuen Fahrplan der VWG. Das Ergebnis des kurzfristigen Aufrufs durch BürgerInnen des Stadtteils und die Siedlergemeinschaft Jan Koopmann: Binnen kürzester Zeit füllte sich die Straße mit Gelbwesten, pünktlich und mit Schildern und Megaphonen – wie sich das gehört!

Zum Hintergrund: Ziemlich still und leise hatte die VWG zum 15.12.2019 den Fahrplan geändert und einfach ein paar Busverbindungen (Linie 329/313) gestrichen bzw. geändert. Wochentags nach 18:30 Uhr und sonntags ist nun Ruhe im Alexandersfeld. Doch was soll man davon halten? Als direkter Anwohner steckt man da in der Klemme. Zum einen ist da die neu gewonnene Lebensqualität (es ist wirklich sehr viel ruhiger geworden), zum anderen ist das in Zeiten des Klimawandels überhaupt nicht akzeptabel und nicht vorstellbar. Man fragt sich, wie eine „stadtliches“ Unternehmen (die VWG gehört zu 74 % der Stadt Oldenburg und zu 26 % der EWE) sowas tun kann. Niedrige Fahrgastzahlen hin oder her. Es stehen immer Menschen hinter den Zahlen …

Interessanterweise hatte sich die SPD noch im September 2019 zum Ziel gesetzt, das Busfahren in Oldenburg attraktiver zu machen. Laut einer Pressemitteilung der Ratsfraktion wurde auf Beschluss des Parteivorstands ein entsprechender Antrag in den Verkehrsausschusses eingereicht: Die Verwaltung soll, gemeinsam mit der VWG überprüfen, wie die Taktung erhöht und die Tarifstruktur günstiger gestaltet werden könnte. „Ziel ist es, durch ein besseres Busangebot und durch ein attraktiveres Preissystem eine gute Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu bieten. Dass das funktionieren kann, zeigen andere Städte, wie zum Beispiel Bonn“, so die SPD-Parteivorsitzende Nicole Piechotta. Weiter hieß es vom Fraktionsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Ulf Prange: „Wir wollen den Bus als Alternative zum Auto stärken. Dies reduziert die Schadstoffbelastung und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Dabei ist es uns wichtig, die Verkehrswende sozial zu gestalten.“ Gute Idee soweit. Es kann in diesen Zeiten doch nur in eine Richtung gehen: Wir brauchen mehr und sinnvollen öffentlichen Nahverkehr, nicht weniger. Noch kürzlich rühmte sich der Oberbürgermeister seiner neuen Umlandverbindungen, und dann hängt man mal eben still und leise einen Stadtteil ab? Sozial(demokratisch ist das nicht.

Sicherlich kann man darüber streiten, ob die Wiefelsteder Straße (Haltestelle Leuchtenburger
Straße) auf gerade mal 200-300 Metern zwei (bzw. 4) Bushaltestellen braucht, aber grundsätzlich … auch wenn es dann vor „unserer“ Tür wieder lauter werden würde. Jeder hat zum Wohle der Allgemeinheit sein Päckchen zu tragen.

Bus Streik
Protest an der Bushaltestelle

Konstruktiver Gedankenanstoß:
Wie wäre es denn mal mit „Freie Fahrt für Senioren“ oder Sozialhilfeempfänger? Statt zu kürzen, sollte man vielleicht mal innovativ sein und die unterstützen, die es wirklich brauchen könnten. 2,50 € für eine einfache Fahrt in die Stadt, 2,50 € zurück … 5,00 € sind für diese Bevölkerungsgruppen keine Peanuts!

Oder zu den „schlecht“ bebusten Zeiten einen Rabatt von 25 % oder 50 % einräumen? Vielleicht werden die Strecken/ Zeiten dadurch attraktiver?

PS: Laut einem Bericht der Nordwest- Zeitung vom 31.12.2019 will die VWG auf Grund der Proteste nun ein „Konzept“ erarbeiten, wie man die Haltestellen Leuchtenburger Straße und Wiefelsteder Straße auch abends und sonntags wieder anfahren kann. Zeitplan: Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020. Eine Zwischenlösung will die VWG schon Mitte Januar vorstellen (hoffentlich ist hier 2020 und nicht 2021 gemeint). Man wird sehen …

Siedlergemeinschaft geht auf die Barrikaden: Verbesserungen für das Ammerland,
Verschlechterung für das Stadtgebiet Oldenburg.

Mit Freude wurde in der Gemeinschaft Koopmann/Alexandersfeld mit dem Fahrplanwechsel die Verbesserung des ÖPNV in den Landkreis Ammerland zur Kenntnis genommen. Mit großer Wut und völligem Unverständnis sowie der spontanen “Gelbwesten-Demo” am 20.12.2020 von über 100 Betroffenen reagierten jedoch Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils Alexandersfeld auf die Verschlechterungen des ÖPNV im Stadtgebiet Oldenburg. Die Haltestellen Wiefelsteder Straße, Leuchtenburger Straße und Schwarzer Weg werden seit dem 15.12.2019 werktags nur
noch bis 18:30 Uhr angefahren. An Sonn- und Feiertagen gibt es keinen Anschluss mehr. Diese Haltestellen sind seit Jahrzehnten, zumindest halbstündlich an sieben Tagen in der Woche bis 23:30 Uhr angefahren worden.

Der Vorstand der Siedlergemeinschaft und das Ratsmitglied Heinz Backhaus (auch als Betroffener, SPD) haben sich nach Bekanntwerden dieser Fahrplanänderung sofort an die VWG, Herrn Emschermann als Geschäftsführer, und den Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg, Herrn Kroogmann, gewandt. Bei der VWG gingen auch sehr viele Beschwerden von Einzelpersonen ein. Emschermann und Krogmann zeigten Verständnis für das Anliegen der Bürgerinnen und Bürger und versprachen schnelle Abhilfe.

Aus Sicht des 1. Vorsitzenden der Gemeinschaft Jan Koopmann/ Alexandersfeld, Ralf Bruns, ist es nicht nur in Vertretung der 190 Mitgliederhaushalte im Stadtteil, sondern aller dort lebenden Menschen unbegreiflich, wie die Verkehrsplanung komplett an ihrem Stadtteil vorbeilaufen
kann:
„Die scheinbaren Alternativen sind für hier lebende Mitmenschen nicht wirklich attraktiv und führen zu erheblich weiteren Fußmärschen zur nächsten Bushaltestelle. Insbesondere älteren Menschen, Kindern und Jugendlichen sowie Mobilitätseingeschränkten ist dies nicht zumutbar. Es kann wohl kaum der Wille einer offenen Politik und Verwaltung sein, auch in Hinblick auf klimafreundlichere Alternativen, das ÖPNV Angebot so drastisch einzuschränken.“ Die Kontaktaufnahme des 1. Vorsitzenden, Ralf Bruns, mit dem Leiter der VWG, Herrn Emschermann, und dem Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg, Herrn Krogmann, blieb bis zum heutigen Tag unbeantwortet. Eine spontan ins Leben gerufene Protestaktion brachte innerhalb kürzester Zeit rund 100 Bewohner des Stadtteils dazu, ihren Unmut zu zeigen. „Ich fordere Politik, Verwaltung und VWG zu einer mitbürgerfreundlichen Lösung auf und biete jederzeit, auch im Namen der Bewohner unseres Stadtteils, meine persönliche Unterstützung an“, so Ralf Bruns.

Buschfunk: Laut Insiderinformationen soll ab dem 19.1.2020 die alte Taktung wieder aufgenommen werden. Wir werden berichten!

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