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“Edewechterin durch und durch“

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Im Gespräch mit Bürgermeister-Kandidatin Petra Knetemann.

In Unser Edewecht spricht Petra Knetemann über ihre Ziele und die Herausforderungen des Wahlkampfs zu Pandemiezeiten.

Frage: Sie treten bei der kommenden Kommunalwahl als Bürgermeisterkandidatin in Edewecht an. Wann hat sich bei Ihnen der
Wunsch verfestigt, sich dafür aufstellen zu lassen?

Ganz ehrlich: Von selbst wäre ich nicht unbedingt darauf gekommen. Ich bin sehr glücklich mit meiner Tätigkeit als Leiterin des Jugendamtes beim Landkreis Ammerland. Auf der anderen Seite kenne ich Edewecht sehr gut durch meine langjährige Arbeit bei der Gemeinde als Fachbereichsleiterin für Bildung, Bürgerservice und Soziales. In dieser Zeit haben wir einige Meilensteine umsetzen können wie z.B. den Neubau eines Gymnasiums (eine absolute Ausnahme zur damaligen Zeit) oder den Bau neuer Kitas. Auch die Herausforderungen, die die Flüchtlingskrise 2015/2016 mit sich
brachte, haben wir meiner Meinung nach vorbildlich in der Gemeinde Edewecht gemeistert.


Im Spätsommer 2020 haben sich einige Weichen neu gestellt. U.a. hatte mein Chef, der Landrat Jörg Bensberg, verkündet, dass er aufhört und sich nicht erneut der Wiederwahl stellt. Das musste ich erst mal verdauen – er ist einfach ein toller Chef, der mich in allen Belangen immer unterstützt hat. Zudem hatte die jetzige Bürgermeisterin Petra Lausch verkündet, dass sie nicht wieder antreten wird. Daraufhin haben mich die Parteien wiederum gefragt, und ich bin nochmals mit mir in Klausur gegangen. Schließlich habe ich zu mir gesagt: Warum die Herausforderung nicht annehmen? Du wärst auf vertrautem Terrain, du kennst die Verwaltung, du kennst das Geschäft – da kann was draus werden. Die Entscheidungsfindung hat alles in allem einige Zeit gedauert, aber jetzt hat mich das Projekt „Bürgermeisterin für Edewecht“ richtig gepackt.

Mit welchem Wahlprogramm möchten Sie die Wählerinnen und
Wähler in Edewecht überzeugen?

Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf – meine Kernkompetenz seit 20 Jahren – steht ganz oben auf meiner Agenda. Mit Familie verbinde ich einen weiter gefassten Begriff, also von den Kleinsten bis hin zu den Senioren. Das Ziel: weitere verlässliche Strukturen schaffen – es gibt immer noch genug in diesem Bereich zu tun. Wenn wir junge Menschen hier halten wollen, kommt immer zuerst die Frage: Wie sieht es mit der Kinderbetreuung aus? Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für die Familien existenziell. Diese muss verlässlich sein, und jeder muss sich gut und wertschätzend aufgehoben fühlen. Daher müssen wir weiter den Ausbau von Krippen und Kindergärten im Blick behalten, ebenso wie die Kindertagespflege und die Grundschulbetreuung.


Aber genauso müssen wir die Situation der Senioren, die wiederum ganz andere Bedürfnisse und Interessen haben, für eine ausgewogene Familienpolitik berücksichtigen. Hier sind neue Konzepte gefragt, die ausprobiert werden könnten. Wo gibt es bereits funktionierende und erfolgreiche Herangehensweisen? Für mich zählen hierzu auch der Ausbau der Tagesbetreuung für Senioren oder die Berücksichtigung alternativer Wohnformen.


Insgesamt brauchen wir im Ort noch mehr Flächen mit Aufenthaltsqualität. Wir haben ja einen schönen Marktplatz, aber die Leute dürfen sich ruhig noch mehr eingeladen fühlen, an den öffentlichen Plätzen zu verweilen.
Die Gemeinde Edewecht wird auch in Zukunft viel in die gute Ausbildung junger Menschen investieren. Damit diese jedoch auch in ihrer Heimat verbleiben können, muss es bezahlbaren Wohnraum geben. Ferner ist der Wunsch nach Schaffung von Eigentum zu berücksichtigen – wie aber damit umgehen, wenn die Bauflächen endlich sind? Es wird nicht ohne Ausbau gehen, aber dieser muss gut argumentiert sein und mit Rücksicht auf die Infrastruktur geplant werden. Ein nachhaltiger und zukunftsfähiger Ausbau der Gemeinde inklusive einer ressourcenschonenden Umsetzung – das ist eine spannende Herausforderung, gerade in einer Zeit mit schwindenden Geldern. Aber Stillstand wäre ein Rückschritt.

Wo sehen Sie die Herausforderungen im Wahlkampf bzw. in der
kommunalpolitischen Arbeit unter den besonderen Rahmenbedingungen der Pandemie?

Dass die Menschen einen so nicht authentisch erleben können, mit
der eigenen Ausstrahlung, finde ich sehr schade. Die Möglichkeit, auf die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes zugehen zu können, ist gerade sehr eingeschränkt. Vielleicht gibt es im Sommer die eine oder andere Möglichkeit eines persönlichen Austausches, aber es wird nicht die Großveranstaltungen geben, die wir auch im Wahlkampf sonst kennen.


Wir müssen jetzt insbesondere darauf achten, dass die prekäre Situation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die diese Zeit der Pandemie als besonders belastend erleben, nicht in den Hintergrund gerät. Es fehlen die Sozialkontakte, die Bewegung, die Bildungsangebote. Hier gilt es, attraktive Angebote zu schaffen und dafür das Gespräch mit den Jugendlichen zu suchen und ihnen vor allem zuzuhören, was sie brauchen und möchten.

Sie sind ja durch und durch Edewechterin. Was schätzen Sie besonders an Ihrem Heimatort?

Die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen hier. Das kann ich vielleicht mit einem Beispiel veranschaulichen: Wir sind oft von Flüchtlingen angesprochen worden, die sagten, sie seien so gerne
hier. Eigentlich wollten sie lieber in eine Stadt, aber hier werde man
gesehen, als Menschen wahrgenommen. Einige, die in die größeren
Städte gezogen sind, sind nach Edewecht zurückgekehrt, weil sie
sich hier einfach wohlfühlen und sie das Gefühl haben, dass man
sich hier wirklich für sie interessiert und auch schaut, wie es ihnen
geht. Hier in Edewecht grüßt man sich beispielsweise immer, wenn
man sich auf der Straße begegnet. Eine kleine alltägliche Geste,
die aber viel darüber aussagt, wie die Menschen einander begegnen und einander wertschätzen. Diese Wertschätzung möchte ich
auch in meiner politischen Arbeit für Edewecht weitertragen.

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