„Ein Tipi für Oldenburg“: Aus eins mach zwei

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Foto: Stadt Oldenburg

Veranstalterinnen reagieren auf große Resonanz – Gemeinschaftswerk geht weiter.

Die Zwischenbilanz kann sich sehen lassen: Am 10. März hatten das Kulturbüro der Stadt Oldenburg und der Stadtteiltreff Kreyenbrück zur Teilnahme am Projekt „Ein Tipi für Oldenburg“ aufgerufen. Innerhalb von sechs Wochen waren die erforderlichen 1.200 gestrickten und gehäkelten Quadrate für das große Strick-Tipi zusammengekommen. Trotz des „Strickstopps“ vom 24. April gingen bis Mitte Mai noch einmal so viele Quadrate bei den Veranstalterinnen ein. In Rücksprache mit der Planungsgruppe des Farbenfroh Festivals Kreyenbrück, in welches das Projekt eingebunden ist, beschlossen sie, statt einem Strick-Tipi zwei textile Gesamtkunstwerke in Oldenburg aufzustellen.

In Windeseile war die Finanzierung für ein weiteres Tipi gesichert: Dank einer großzügigen Spende der Interessengemeinschaft „Die Kreyenbrücker e.V.“ kann der großen Resonanz der Menschen nun in Form eines zweiten Tipis Rechnung getragen werden. „Das Projekt hat so viel kreatives Potential freigesetzt und sichtbar gemacht. Wir schätzen, dass zwischen 150 und 200 Menschen daran mitgewirkt haben. Die jüngste uns bekannte Mitwirkende ist sieben Jahre alt, die älteste 90 Jahre“, freut sich Sophie Arenhövel vom Kulturbüro über das generationenverbindende Projekt.

Nun geht der Prozess, aus vielen Einzelteilen ein großes Ganzes zu erstellen, in die nächste Phase. So hat inzwischen der erste Vor-Ort-Termin mit der Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck stattgefunden. Sie sortierte die Quadrate in Form eines Regenbogens als Symbol für Hoffnung und Zuversicht und für Verbundenheit in Vielfalt. Anschließend setzten die Kolleginnen aus dem Stadtteiltreff Kreyenbrück und aus dem Kulturbüro farbliche Akzente und sorgten für den einen oder anderen Kontrast. „Da halte ich mich immer bewusst raus“, so die Künstlerin: „Je heterogener ein Tipi ist, umso interessanter ist es“. Normalerweise werden zu diesem Arbeitsschritt alle Mitwirkenden eingeladen. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie haben die städtischen Mitarbeiterinnen das in diesem Fall stellvertretend getan.

Jetzt geht das Gemeinschaftswerk in die nächste Runde: Die Einzelteile müssen zu Bahnen verbunden werden. Auch hier wurden wieder kreative Lösungen gefunden, um diesen Arbeitsschritt trotz Kontaktbeschränkungen unter möglichst großer Beteiligung der Mitwirkenden umzusetzen: Die Frauen nähen überwiegend zuhause und haben ihr Päckchen aus dem Kulturbüro und beim Stadtteiltreff abgeholt oder nach Hause geschickt bekommen. „Wir sind beeindruckt von der Kontinuität, mit der sich die Menschen für ‚ihr‘ Tipi einsetzen“, so Jutta Hinrichsen vom Stadtteiltreff Kreyenbrück. Und eine Teilnehmerin schreibt per E-Mail: „Dieses Tipi wird für einige Menschen viel mehr sein als ‚nur‘ ein neuer mobiler Kulturort für Oldenburg, da bin ich mir sicher.“

Zwei Standorte sind für die beiden „Tipis“ in Planung, einer in Kreyenbrück und einer in der Innenstadt. Die Veranstalterinnen sind zuversichtlich, dass die beiden textilen Gesamtkunstwerke im Spätsommer im öffentlichen Raum stehen und besichtigt werden können. Ziel ist es, ein starkes Symbol zu setzen für die Verbundenheit zwischen den unterschiedlichsten Menschen, auch und gerade in herausfordernden Zeiten.

 Das Projekt „Ein Tipi für Oldenburg“ wird von der Kulturellen Bildung und Teilhabe im Kulturbüro gemeinsam mit dem Stadtteiltreff, der Stadtteilbibliothek sowie der IGS Kreyenbrück organisiert und ist Teil des Farbenfroh Festivals Kreyenbrück 2020. Aktuelle Informationen zum Stand des Projekts gibt es online unter www.oldenburg.de/tipi-tagebuch.

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