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Erzählcafés im Haus Welcome

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Es treffen im Haus Welcome Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Religionen und mehreren Generationen aufeinander. Mit Hilfe der Methode Erzählcafé ist es dort gelungen, verschiedene Menschen auch zu komplexen Themen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Im Erzählcafé wird gesprochen, zugehört und zum Nachdenken angeregt. Dabei gelten die Regeln, dass Erzähltes stehen bleibt, niemand wird kritisiert oder infrage gestellt. Nur wer von den Erfahrungen und Erlebnissen des anderen weiß, kann diesen gut verstehen. Die Erzählcafés werden moderiert und finden in einem geschützten Raum statt. Das erste Erzählcafé im Haus Welcome im September 2019 ist aus der Idee entstanden, die älteren Bewohnerinnen aus Bümmerstede, von denen viele als Spätvertriebene nach dem 2. Weltkrieg dort mit ihren Eltern ankamen und sich eine neue Existenz aufbauen mussten, mit den Geflüchteten, die ins Haus Welcome kommen, ins Gespräch zu bringen. Das Thema „Ankommen und sich etwas aufbauen“ wurde ausgewählt. Zunächst sind sie alle an einem fremden Ort angekommen. Nach ihrer Ankunft erlebten und erleben diese Menschen fortwährend Jahre des Aufbaus: Sie müssen sich zunächst in einer für sie zum Teil völlig fremden Kultur oder in einer Region mit Menschen, deren Mentalität ihnen fremd ist, zurechtfinden. All diese Erfahrungen haben Menschen verschiedener Herkunft und Generationen anders erlebt.

Horst Paul aus der Gemeinde Bümmerstede berichtete zum Einstieg von seinen Erfahrungen. Der im Jahr 1939 geborene Glatzer war als Kriegskind nach dem zweiten Weltkrieg aus Schlesien vertrieben worden und erlebte die Jahre des Wiederaufbaus in Oldenburg. Nach diesem Auftakt und der Erzählphase kam es zu einem regen Erfahrungsaustausch. Aus diesem Austausch mitgenommen haben alle Teilnehmerinnen, dass es bei einem Neuanfang wichtig ist, die Zukunft optimistisch zu sehen und aktiv zu gestalten.

„Besonders beeindruckend fand ich, dass sich die Menschen, die aus Fluchtgründen zu verschiedenen Zeiten nach Oldenburg kamen, in den Kirchengemeinden sogleich willkommen fühlten, weil sie dort Unterstützung und Hilfe erfuhren, egal woher sie kamen und welcher Religion sie angehören“, bemerkt Dechant Christoph Sibbel.

Im Januar 2020 fand ein weiteres Erzählcafé statt zum Thema Weihnachtszeit und Jahreswechsel. Die Erfahrungen und die Bedeutung dieser besonderen Zeit erleben verschiedene Menschen und Generationen
anders. Auch diejenigen, die keiner christlichen Religion angehören,
erleben hier die Weihnachtszeit und haben eigene Bräuche zum Jahreswechsel. Bei diesem Austausch wurden wunderbare Kindheitserinnerungen vorgetragen. Ganz besonders berührend war der Austausch über die gemeinsamen Erlebnisse an Weihnachten zwischen einem Geflüchteten, der einige Zeit im ehemaligen Parkhotel in der Cloppenburger Straße gewohnt hat, und einer ehrenamtlichen Helferin: die dort erfahrenen Zuwendungen sind als unglaublich kostbar erlebt worden.

Das für April 2020 geplante Erzählcafé zum Thema Fasten in unterschiedlichen Kulturen und Religionen ist wegen des Kontaktverbotes in der Corona-Krise ausgefallen, wird aber im nächsten Jahr nachgeholt. In diesem Jahr werden aber auf jeden Fall weitere Erzählcafés mit anderen Themen stattfinden. Selbstverständlich unterstützt das Helferteam des Hauses Welcome das Kontaktverbot. Es hofft aber, am 6. Mai seine Türen wieder für die Kleiderkammer, die Fahrradwerkstatt, das Café und die Nähstube öffnen zu dürfen. Geplant ist für das nächste Repair-Café der 27. Mai um 16.00 Uhr. Ansprechpartner für das Haus Welcome ist Dechant Christoph Sibbel von der katholischen Kirchengemeinde St. Josef. Nähere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0441 41235 oder per e-mail: gemeinde@st-josef-ol.de

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