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Im Interview: Joel Schiliro, Regenbogenfamilie

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Foto: Joel Schirilo

Der Oldenburger Joel Schiliro (24) wurde im Dezember 2019 im Finale zur Wahl des Mister Gay Germany mit dem dritten Platz geehrt. Mit seiner Kampagne familienväter, die sich für die Akzeptanz des Adoptionsrechtes für homosexuelle Paare einsetzt, konnte er die Jury überzeugen.

HUGO: Wann hast Du angefangen, Dich mit dem Thema Regenbogenfamilie auseinanderzusetzen?

Joel Schiliro: Der Kinderwunsch ist schon seit vielen Jahren vorhanden. Ein Leben ohne Familie mit Kindern ist für mich unvorstellbar. Als homosexuelles Paar ist es nicht möglich, Kinder auf natürliche Art und Weise zu bekommen. Umso mehr freue ich mich, dass die Adoption für homosexuelle Paare in Deutschland erlaubt ist, und dass schon viele Kinder die Möglichkeit bekommen haben, bei Regenbogenfamilien aufzuwachsen.

Wirklich intensiv habe ich mich schon seit ca. 2 Jahren mit dem Kinderwunsch beschäftigt, habe aber gemerkt, dass Regenbogenfamilien in Deutschland noch nicht so akzeptiert und toleriert werden, wie es eigentlich in der heutigen Zeit sein müsste. Ein kleines Beispiel: Ich bin zweifacher Onkel von zwei wundervollen Kindern. Bedeutet für mich, dass ich mir einmal die Woche Zeit nehme, um etwas Schönes mit ihnen zu unternehmen. Wenn mein Partner und ich mit den Kindern Hand in Hand durch die Stadt laufen, werden uns leider öfter komische Blicke zugeworfen. Wir entsprechen halt nicht dem Bild einer Idealfamilie …

Familienväter

Daran merkt man, dass Deutschland zwar bunt ist, aber noch einige graue Flecken vorhanden sind. Ich habe das Glück, dass ich viele Freunde habe, denen das Thema genauso wichtig ist wie mir. Also konnte ich mich sehr gut mit ihnen austauschen und gemeinsam meine Kampagne #familienväter weiterentwickeln und optimieren. Mich hat es sehr gefreut, dass meine Community bei Instagram meine Kampagne mit großem Interesse verfolgt und begleitet hat. (Instagram- Name: j.s_joel, Facebook-Seite: Familienväter)

HUGO: Was muss sich Deiner Meinung nach ändern, damit die Akzeptanz von Regenbogenfamilien größer wird?

Joel Schiliro: Das Idealbild der Familie muss sich ändern. Eine Familie besteht nicht nur aus einer Mama und einem Papa und Kindern. Familien können heute so bunt und vielfältig sein. Ich finde, solange das Kind geliebt wird und es dem Kind gut geht, ist es egal, in welcher Familienkonstellation es aufwächst.

HUGO: Wie denken Deine Eltern über das Thema gleichgeschlechtliche Familien?

Joel Schiliro: Meine Eltern sind genau der gleichen Meinung wie ich und unterstützen mich, wo sie nur können.

HUGO: Was ist Deine liebste Familienaktivität?

Joel Schiliro: Zuhause eingekuschelt auf dem Sofa mit meinem Partner, meiner Familie und den Kindern mit einigen Leckereien und einem schönen Film.

Familienväter

HUGO: Was kannst Du Regenbogenfamilien auf den Weg mitgeben?

Joel Schiliro: Macht weiter so! Gemeinsam sind wir stark. Ihr macht Deutschland ein Schritt weit bunter! Falls Ihr Euer Familienleben teilen möchtet, freue ich mich sehr über Reaktionen, Nachrichten etc.

HUGO: Wie möchtest Du nach deiner Platzierung weiter vorgehen?

Joel Schiliro: Nachdem ich der dritte amtierende Mister Gay Germany geworden bin, möchte ich meine Kampagne deutschlandweit bekannt machen und das Idealbild der Familie verändern. Natürlich setze ich mich auch für unsere Community ein, denn es gibt noch andere wichtige Themen, woran wir gemeinsam arbeiten müssen. Mir ist es dabei wichtig, mich nicht zu verstellen und ich selbst zu bleiben. Ich habe wundervolle Menschen kennengelernt. Viele Erfahrungen durfte ich mitnehmen, die mein weiteres Leben auf jeden Fall prägen werden.

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