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Im Gespräch bleiben

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Alternative Veranstaltungsformate des Literaturhauses starten mit Matthias Politycki.

Das Literaturhaus Oldenburg möchte mit seinem Publikum und mit den Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die es schon lange vor der Corona-Krise in sein Programm eingeladen hatte, im Gespräch bleiben. Ab sofort veröffentlicht es deshalb nach und nach Gespräche dieser Autorinnen und Autoren auf seiner Homepage (www.literaturhaus-oldenburg.de). Im Auftrag des Literaturhauses wurden sie gegen Honorar in schriftlicher Form mit den Moderatorinnen und Moderatoren geführt, denen die Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Normalfall auf der Bühne im Wilhelm13 begegnet wären. Die Rubrik, die den Austausch nun stattdessen im Internet veröffentlicht, lautet „Im Gespräch bleiben“. Den Auftakt bildet ein Gespräch Matthias Polityckis mit Reinhard Tschapke, Germanist und Ex-Kulturchef der NWZ, über Polityckis Roman „Das kann uns keiner nehmen“. Sie sprechen über die Seele Afrikas, eine persönliche Nahtod-Erfahrung des Schriftstellers und einen ziemlich verrückten Vogel.

Die Lektüre der im Frühjahr erschienenen Bücher ist auch individuell möglich. Die Veranstaltungen des Literaturhauses leben aber von den auf der Bühne geführten Gesprächen. Deshalb hat Monika Eden die Autorinnen und Autoren und deren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner gebeten, sich in schriftlicher Form über die Bücher auszutauschen. „Ganz im Sinne der Entschleunigung, die ein zentraler Begriff der Krise ist, setzen wir auf traditionelle Gesprächsformate wie das Interview oder den Briefwechsel, der auch per E-Mail geführt werden kann“, sagt die Leiterin des Literaturhauses.

Der Roman von Matthias Politycki beginnt am Gipfel des Kilimandscharo. Dort, auf dem Dach von Afrika, möchte Hans, ein so zurückhaltender wie weltoffener Hamburger, mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen. Doch am Grunde des Kraters steht bereits ein Zelt, und in diesem Zelt hockt der Tscharli, ein Ur-Bayer – respektlos, ohne Benimm und mit unerträglichen Ansichten. Auf die Frage Reinhard Tschapkes, ob das Buch sein persönlichstes Werk sei, erwidert der Schriftsteller: „Das ist es sicher, und gerade deshalb hätte ich es normalerweise nicht geschrieben. Warum hätte ich über meine erste Afrikareise und die Nahtod-Erfahrung, die sie mir aufgenötigt hat, auch noch schreiben sollen? Ich war froh, dass ich nach ein, zwei Jahren wieder ein ganz normales Leben führen konnte. Als ich 2018 allerdings einen Freund in ein afrikanisches Krankenhaus begleiten musste, schossen all die Erinnerungen wieder in mir hoch und ich begann, ihm davon zu erzählen; es war dieser Freund, der noch im Krankenhaus zu mir sagte: Jetzt schreib’ das endlich mal auf.“

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