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Oldenburg zieht Zwischenbilanz in der Corona-Krise

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Oberbürgermeister Krogmann dankt Bürgern und Krisenstab für Einsatz und Besonnenheit.

Seit Ende Februar hat die Corona-Krise das Alltagsleben weltweit stark beeinträchtigt und verändert. Diese Auswirkungen waren und sind auch in Oldenburg zu spüren. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann nimmt die nun beginnende Phase verstärkter Lockerungen zum Anlass, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. „Wenn man auf die Zahl der Erkrankten schaut, dann sind wir im bundesweiten Vergleich gut durch diese Krise gekommen. Auch unsere Krankenhäuser waren zu keiner Zeit überlastet, es standen immer ausreichend Intensivbetten zur Verfügung. Mein Dank gilt dem enormen Einsatz des Krisenstabes und dem besonnenen Verhalten unserer Bürgerinnen und Bürger.“

Die Stadt bereitet sich mittlerweile auf eine mögliche „zweite Infektionswelle“ vor und erarbeitet ein entsprechendes Planungskonzept. Dies käme zur Anwendung für den Fall eines erneuten und vor allem starken Ausbruchs von Corona-Infektionen im Stadtgebiet. Im Konzept werden unter anderem Kennzahlen definiert, die als Indikatoren für ein Wiederaufflammen des Infektionsgeschehens dienen können. Auf dieser Grundlage müssten dann Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus eingeleitet werden.

Die erste Phase der Corona-Pandemie ist bereits ausgewertet worden. So hat die Feuerwehr verstärkt Schutzkleidung und Masken angeschafft und eingelagert, um auf eine starke Infektionswelle vorbereitet zu sein. Verbessert werden soll auch die technische Ausstattung des Gesundheitsamtes.

Als dringend notwendig gilt eine bessere Digitalisierung der Schulen, eine entsprechende Forderung richtet die Stadt an das Land. „Wir werden aber auch selbst einen Schwerpunkt auf genau diese Aufgabe legen“, kündigt Sozial- und Schuldezernentin Dagmar Sachse an.

In der mittlerweile über dreimonatigen Krisenphase hat die Stadtverwaltung zahlreiche organisatorische Aufgaben bewältigt. Diese wurden von einem 14-köpfigen Krisenstab unter der Regie des Büros des Oberbürgermeisters gesteuert. Das Gesundheitsamt (insgesamt 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter), das ServiceCenter und die Kontrollen des Zentralen Außendienstes (ZAD) stehen dabei stellvertretend für zahlreiche Verwaltungsbereiche, die besonders stark gefordert waren und sind. Das Gesundheitsamt, unter der Leitung von Dr. Holger Petermann, hat bereits vom ersten bestätigten COVID-19-Fall an großen Wert auf eine schnelle und umfassende Ermittlung der Kontaktpersonen gelegt. Mittlerweile wurden auch die Hygienekonzepte von Alten- und Pflegeeinrichtungen begutachtet und zahlreiche Beratungen ausgeführt.

Wie sehr die Corona-Krise die Menschen in Oldenburg beschäftigt hat und dies immer noch tut, zeigt der Informationsbedarf, den die Stadt etwa an den Anrufen im ServiceCenter ablesen konnte. Mehr als 5.000 waren es an vielen Tagen – und damit mehr als doppelt so viele, wie an üblichen Tagen.

 Der ZAD hat mittlerweile mehr als 500 Verstöße gegen die bestehenden Verordnungen festgestellt. Besonders im Gaststättenbereich nehmen die Verstöße gegen das Kontaktverbot zu.

Nach dem Ende des „Shutdowns“ war es von zentraler Bedeutung, die Betreuung von Kindern zu organisieren. Die Zahl der in der Notbetreuung angebotenen Plätze stieg sehr schnell von etwa 150 auf mehr als 3.200 an. Die Schulen wurden bei der Wiederaufnahme des Unterrichts ebenfalls vom Gesundheitsamt beraten und bekamen sogenannte „Starterkits“.

Für Sozial- und Schuldezernentin Dagmar Sachse hat die Wiederaufnahme der Betreuungsangebote bislang gut funktioniert: „Mein Dank gilt allen Betreuerinnen und Betreuern, die in dieser Zeit sehr flexibel und engagiert gearbeitet haben. Wir stellen uns darauf ein, dass nach dem Sommer wieder ein Normalbetrieb aufgenommen wird – auch das braucht eine gute Vorbereitung.“

Finanziell hat sich die Corona-Krise in Oldenburg zwar spürbar auf den Haushalt der Stadt ausgewirkt und die Aufstellung eines Nachtragshaushaltes erforderlich gemacht, die Einbußen bei den Steuern gelten aber bislang als beherrschbar. „Wir wollen als Kommunen die örtliche Wirtschaft stützen und halten an unseren Investitionsprojekten fest. Ein Ansparen gegen die Krise wäre ein falsches Signal“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Um in Oldenburg die Gefahr einer neuen Infektionswelle zu reduzieren, sollen die bestehenden Abstands- und Hygieneregeln auf jeden Fall weiterhin beachtet werden. Deshalb gelten auch künftig die Grundsätze, Kontakte zu Personen außerhalb des eigenen Hausstandes auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen sowie das Abstandsgebot von 1,5 Metern einzuhalten.

 Zeitlicher Überblick:

3. März: erster Coronafall in Oldenburg/Ammerland

13. März: Land gibt Schließung von Schulen und Kitas bekannt

16. März: Ämter der Stadt werden für den Publikumsverkehr weitgehend geschlossen, Bibliotheken schließen ebenfalls

Osterwochenende: erster und bisher einziger Todesfall in Oldenburg

20. April: Öffnung des Einzelhandels (800-Quadratmeter-Regelung)

4. Mai: Ämter und Bibliotheken öffnen wieder – Arbeitstitel „Oldenburg fährt hoch“

7. Mai: Sport im Freien wieder möglich

22. Mai: OLantis Freibad öffnet wieder

8. Juni: weitere Lockerungen gelten

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