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Physiotherapie ist Systemrelevant

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Foto: Physio Paultyn: Physiotherapeut Bjorn Paultyn

Bjorn Paultyn zu seinen Erlebnissen in der Corona-Krise.

In der Physio-Praxis Paultyn an der Cloppenburger Straße 397 werden alle Leistungen der physikalischen Therapie, die gerätegestützte Krankengymnastik, Säuglingstherapie und elektromedizinische Gesundheitsleistungen angeboten. Die Corona-Krise hat auch hier den Betrieb stark beeinträchtigt. „Der Kreyenbrücker“ hat mit Bjorn Paultyn (Foto) über seine Erlebnisse und Erfahrungen gesprochen.

Frage:
Herr Paultyn, wie verlief Ihr Praxisbetrieb in den
vergangenen Wochen?

Bjorn Paultyn: Wir hatten immer durchgängig geöffnet. Durch
teils falsche Medienberichte hatte es viele Fehlinformationen
gegeben. Viele Patienten hatten Angst – ja man kann in manchen
Fällen sogar von einer gewissen Schockstarre sprechen – ob sie
sich weiter behandeln lassen können. Unser Telefon stand wegen
der vielen Anfragen überhaupt nicht still.
Bei den Behandlungen außer Haus haben einige Heime unberechtigt
von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht und uns den
Zutritt zu Patienten, die teilweise auf Therapie angewiesen
waren, untersagt. Sie blieben auch nach unserem Hinweis, dass
dies zu negativen gesundheitlichen Folgen für einige Patienten
führen könnte, dabei. Diese Patienten konnten wir also nicht wie
gewohnt behandeln.
Tatsache ist, dass eine derzeit ärztlich ausgestellte Verordnung
automatisch die medizinische Notwendigkeit einschließt. Ich kann
nur raten, solche Behandlungen nicht zu unterlassen. Davon werden
die Beschwerden nicht besser; sie verschlimmern sich eher.
Deshalb sind wir auch jetzt immer für unsere Patienten da.

Frage:
Wie haben Sie für die Sicherheit der Patienten
gesorgt?

Bjorn Paultyn: Unsere Patienten können ohne Bedenken zu uns
kommen. Wir haben mit einem deutlich höheren hygienischen
Aufwand dafür gesorgt, dass wir den höchstmöglichen Schutz
bieten können. Ein Glücksfall war, dass ich kurz vor Ausbruch der
Pandemie und dem Beginn der staatlichen Abwehr-Maßnahmen
unseren Jahresbedarf an Desinfektionsmitteln eingekauft hatte.
Unter den beteiligten Therapeuten, Zahnärzten und anderen war
eine hohe Solidarität festzustellen. So war es möglich, ausreichend
Masken und Handschuhe teilweise im Tauschhandel Maske
und Handschuhe gegen Desinfektionsmittel zu beschaffen. Auf
herkömmlichem Vertriebsweg war dies zu dem Zeitpunkt bereits
nicht mehr ohne weiteres möglich.

Frage:
Wie haben Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
reagiert?

Bjorn Paultyn: Wir sind hier mit 12 Personen tätig. Alle haben
sich gefragt, wie können wir uns selbst schützen? Ich nehme da
meine Fürsorgepflicht sehr ernst. Deshalb habe ich mich bemüht,
möglichst schnell ausreichend Masken und Handschuhe zu
bekommen. Das war schon eine „sportliche Aufgabe“, hat aber
wegen der hohen Solidarität der Praxen untereinander sehr gut
geklappt.
Alle anderen Regelungen zu Sicherheitsabständen und bei den
Behandlungen konnten wir durch einige zusätzliche organisatorische
Regelungen gut einhalten. Meine Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter haben sich in dieser Zeit sehr besonnen verhalten.
Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.

Frage:
Gab es weitere positive Erfahrungen?

Bjorn Paultyn: Die Verantwortlichen haben schnell erkannt,
dass Physiotherapie genau wie andere Gesundheitsleistungen
systemrelevant ist. Das musste also weitergehen. Viele Ärzte
sehen das genauso und haben weiter Rezepte ausgestellt. Auch
die Krankenkassen haben positiv überraschend flexibel mitgezogen.
Das hat mich sehr beeindruckt. So konnten wir unsere Arbeit
fortsetzen und unsere Patienten weiter behandeln. Bürokratische
Hürden, wie z.B das Ändern von fehlerhaft ausgestellten Rezepten,
wurden zum Wohle der Patienten seitens der Krankenkassen
erleichtert.
Die verschiedenen staatlichen Hilfen konnten wir nicht beantragen.
Die „Rettungsschirme“ sind nicht auf Therapeuten und
Physio-Praxen abgestellt, da bei uns abgerechnete Leistungen
zeitverzögert ausgezahlt werden und somit die Umsatzeinbußen
ebenfalls zeitverzögert eintreten. Uns würde es sehr helfen, wenn
Bundesgesundheitsminister Spahn seine Ankündigung wahr
macht und wir von den Krankenkassen wie geplant 40 % des
letzten Quartalsumsatzes 2019 zur Liquiditätssicherung erhielten.
So wäre unsere finanzielle Basis zunächst gesichert. Wir könnten
ohne größere Sorgen wieder unsere eigentliche Arbeit zum Wohl
der Patienten machen.

Herr Paultyn, „Der Kreyenbrücker“ dankt für dieses Gespräch
und wünscht Ihnen weiterhin viele zufriedene Patientinnen und
Patienten.

Weitere Informationen gibt es unter www. physio-paultyn.de und
telefonisch unter der Rufnummer 0441-48135.

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