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Roter Faden in der Krise: Halbzeit beim Projekt „Ein Tipi für Oldenburg“

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Seit Mitte März sind schon mehr als 700 gestrickte und gehäkelte Quadrate entstanden.

„Nicht die Hände in den Schoß legen, sondern die Fäden in der Hand behalten. Nicht den Faden verlieren, sondern dem roten Faden der positiven Lebensgestaltung auch in der Krise folgen: So kann man beschreiben, was die Teilnahme am Projekt ,Ein Tipi für Oldenburg‘ den Menschen bedeutet“, fasst Sophie Arenhövel vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg zusammen. Die Resonanz auf den Aufruf, gemeinsam im Rahmen des Farbenfroh Kulturfestivals Kreyenbrück 2020 ein großes Strick-Zelt aus 1.200 Einzelteilen für Oldenburg zu erschaffen, ist überwältigend: Seit Mitte März gehen täglich Pakete und Briefe mit gehäkelten oder gestrickten Quadraten in den beiden Sammelstellen im Kulturbüro und im Stadtteiltreff Kreyenbrück ein.

Die Zuschriften kommen nicht nur aus Oldenburg und dem gesamten Norden, sondern vereinzelt auch aus dem ganzen Bundesgebiet. Nach nur einem Monat Projektlaufzeit sind inzwischen über 700 gestrickte und gehäkelte Quadrate eingegangen – über die Hälfte der benötigten Menge ist also bereits erreicht. „Wir gehen davon aus, dass wir Mitte Mai die 1.200 Einzelteile zusammen haben“, ist Jutta Hinrichsen vom Stadtteiltreff Kreyenbrück zuversichtlich. Denn auch im Stadtsüden ist die Resonanz auf den Aufruf enorm. „Daher bitten wir Sie darum, Ihre Strickwerke weiterhin zeitnah abzugeben, damit Ihr Beitrag am Ende nicht umsonst ist. Wenn wir alle Teile zusammen haben, informieren wir umgehend die Öffentlichkeit.“

Neben etwa 100 Einzelpersonen, die sich am Projekt beteiligen, wirken vereinzelt auch Institutionen mit. So hat eine Gruppe von Patientinnen und Patienten der Karl Jaspers Klinik das Projekt als willkommene Abwechslung in der Tagesgestaltung angenommen. Den 27 zugesandten bunten Wollquadraten haben sie ein Gedicht beigelegt. Hier ein Auszug: „Wir Patienten der KJK wollen einen Vibe verbreiten. Lernen vom Positiven, freun‘ uns auf Kleinigkeiten. Manchmal sind es Einfachheiten, die einen weitertreiben. Es hat uns viel Spaß gemacht, das beweisen meine Zeilen. Hoffen ihr Projekt klappt, sehen es in der Zeitung. Erleben es in Echtzeit, erleben diesen Zeitpunkt. Machen Sie weiter mit ihren Gemeinschaftsaktionen. Denn bleibt man dabei, dann wird die Zeit einen belohnen.“

Insbesondere in Zeiten der sozialen Isolation aufgrund der Corona-Pandemie gibt das Mitwirken an einem kreativen Gemeinschaftsprojekt den Beteiligten Kraft, Sinn und ist eine willkommene Ablenkung von Sorgen und Ängsten. Eine Frau strickt seit dem 16. März jeden Tag ein Quadrat. Sie schreibt: „Gerade am Ostersonntag habe ich mich sehr gefreut, an der Tür des Kulturbüros eine Tasche zu entdecken, die ebenfalls mit Quadraten gefüllt war. Ich bin nicht allein am Stricken, war mein erster Gedanke. Obwohl mir dies natürlich klar war, habe ich es nun sehen können. Mein Corona Tipi Projekt gibt mir mittlerweile tatsächlich viel Halt in diesen ungewissen Zeiten und gleichzeitig freue ich mich auch, diesen Wollresten, die wirklich schon sehr lange in Bastelkisten schlummerten, einen kreativen und kulturellen Sinn zu geben.“

Das Kulturbüro hat nun ein stetig wachsendes „Digital Diary“ zum Projekt angelegt. Damit soll der Prozess, wie aus vielen Einzelteilen ein textiles Gesamtkunstwerk wird, sichtbar gemacht werden. „Wir wollen den vielfältigen Beiträgen Raum geben, auch in Zeiten von ,Social Distancing‘ die Mitwirkenden untereinander vernetzen und ihr großes Engagement für dieses ungewöhnliche Projekt würdigen“, erläutert Fachdienstleiterin Paula von Sydow die Initiative. Das „Digital Diary“ zum Projekt ist unter www.oldenburg.de/tipi-tagebuch zu finden.

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