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Slow Food: Der Genuss wartet vor der eigenen Haustür

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Foto: freepik

JM. Slow Food ist eine weltweite Vereinigung, die sich für eine genussreiche, gesunde Ernährung und den Erhalt regionaler Produktion und Vermarktung einsetzt. Dabei engagiert sich die Organisation für nachhaltige, artgerechte und faire Produktions- und Vermarktungsbedingungen. In Deutschland hat Slow Food inzwischen rund 15.000 Mitglieder.

Dass die Landwirtschaftsentwicklung nicht hält, was uns immer wieder versprochen wird, ist offensichtlich. Anbau und Massentierhaltung sind oft skandalös. Zudem findet ein äußerst bedenklicher Einsatz von Insektiziden und anderen giftigen Spritzmitteln statt. Unser weltweites Ernährungssystem muss dringend in Produktion, Verarbeitung und Verteilung neu durchdacht werden. Die Slow Food-Bewegung bemüht sich darum, hier mitzuwirken. Als bewusste Anspielung auf den gegensätzlichen Begriff ‚Fast Food’ ist Slow Food eine Einladung zu weniger Hektik und mehr genussvoller Gelassenheit. Die regionalen Slow Food Gruppen vermitteln in Veranstaltungen und auf gesellige Weise Wissen über Lebensmittel und vernetzen auch hier bei uns Produzenten, Gastronomen, Händler und Verbraucher zu einer Lobby für guten Geschmack.

Gut, sauber und fair
Diese drei Begriffe beschreiben gute, wohlschmeckende Lebensmittel, die sauber hergestellt werden, ohne unser Ökosystem zu belasten und ohne Schaden an Mensch, Tier und Natur zu verursachen. Der Produktionsprozess soll sozial gerecht erfolgen; Hersteller auf der ganzen Welt für ihre Arbeit fair entlohnt werden. Insgesamt gibt es in Deutschland über 80 Regionalgruppen, sogenannte Convivien (Tafelrunden), auch in Ostfriesland und Oldenburg, das Ammerland mit einbezogen. Wenn Veränderungen bei der Art unserer Lebensmittelproduktion mit industrialisierter Landwirtschaft, Massentierhaltung in Mega-Ställen und Zerstörung der Böden und des Grundwassers durch Überdüngung und Pflanzenbehandlungen mit der Giftspritze gewollt werden, müssen wir Verbraucher umdenken. Mündige Konsumenten können da viel bewirken. Insofern ist der Einkauf eine politische Handlung.

Genussmärkte und Aktivitäten
Viele Slow-Food Gruppen organisieren Kochgruppen für Kinder. So auch das ostfriesische Convivium. Hier gibt es sogar zwei Kindergruppen, eine davon sind die „Schneckenkinder“. Da ist der Name Programm: ruhig und genussvoll soll es zugehen, Neues mit viel Spaß probiert werden. Ein weiteres festes Angebot sind die Genussmärkte: Zwischen Ständen mit Bonbons, Weinen, Kräutern, Gemüse, Spanferkel und regionalem Bier gibt es immer viel zu sehen und zu schmecken. Den Organisatoren geht es vor allem um den Austausch. Das, was es hier an Anbietern von Fleisch über Käse bis zu Gemüse und Kräutern gibt, kann sich sehen lassen. Produzenten im Gespräch mit ihren Kunden. Darum geht es. Für die Kinder findet jedes Mal eine Mitmachaktion wie zum Beispiel Gemüsesuppe kochen statt. Die Kinder der Kochgruppen haben inzwischen so viel Erfahrung, dass sie auch den ganz Kleinen, die noch nie ein‚ Schnippelmesser‘ in der Hand hatten, professionell helfen können. Stolz liefern sie dann immer ihr zerkleinertes Gemüse beim großen Kessel über dem offenen Feuer ab. Viele Eltern sind beeindruckt, mit welchem Spaß ihre Kinder da mitmachten, erklären die Organisatoren. Und dass Gemüsesuppe, sonst eher beim Mittagstisch verschmäht, ihnen plötzlich „super“ schmeckt, ist für beide, Eltern und Kinder, eine neue Erfahrung. Der nächste Genussmarkt in Campen bei Emden findet am Sonntag, 28. Juli statt, zwei Monate später in Bad Zwischenahn: im Park der Gärten. Auch der „Verein Genuss im Nordwesten e. V.“ lädt alle zwei Jahre in den Rostruper „Park der Gärten“ ein. Am 15. September findet zum zehnten Mal zwischen Blumen, Bäumen und Büschen ein Genussmarkt mit kulinarischen Schätzen aus der Region statt. Unter dem Motto „Essen ist eine politische Handlung“ zeigen rund 80 der besten Anbieter ihre abwechslungsreichen Produkte rund um Nachhaltigkeit, regionale Vielfalt und Genuss. Dabei reicht die Palette der Aussteller vom Bierbrauer bis zum Wildvermarkter, vom Imker bis zum Käsespezialisten. Es sind Produzenten aus Kleinstbetrieben ebenso wie auch größere Erzeuger. Auch in Bad Zwischenahn wird es viele Möglichkeiten zum Probieren, Genießen, Informieren und Einkaufen geben. Ergänzt wird der Markt durch ein buntes Rahmenprogramm, bei dem ‚Mitmachen‘ groß geschrieben wird.

Kontakt
zu den Slow Food Gruppen im Norden: bremen@slowfood.de, oldenburg@slowfood.de, diepholz@slowfood.de, ostfriesland@slowfood.de und osnabrück@slowfood.de
Genussmarkt in Campen: Sonntag, 28. Juli
Genussmarkt im Park der Gärten: Sonntag, 15. September

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