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Starkregen sorgt Für schöne Grünanlagen in Oldenburgs Süden

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Foto: OOWV

Was hat der „Starkregen“ mit den Teichen in unseren schönen Grünanlagen und weiteren Gräben, kleinen Teichen und Tümpeln in Oldenburgs Süden zu tun? „Starkregen entsteht dort, wo es in einer Stadt am wärmsten ist. Und das ist der Fall, wo die Oberfläche stark versiegelt ist und viel Beton das Ortsbild prägt,“ erläutert Reinhard Hövel vom OOWV. Deshalb tritt Starkregen eher und umfangreicher im Norden Oldenburgs auf als im Stadtsüden, wo die Versiegelung noch nicht soweit fortgeschritten ist.

ÄNDERUNGEN IN KREYENBRÜCK
Neben den kleineren Baumaßnahmen wird vor allen Dingen der Ausbau des ehemaligen AEG Geländes zu einer umfangreichen Versiegelung des Bodens führen und damit auch diesen Stadtteil zu einem „wärmeren“ Bereich Oldenburgs machen. Es kann also durchaus damit gerechnet werden, dass auch hier in gesteigerter Häufigkeit Starkregen (50 Liter auf den Quadratmeter pro Stunde) auftreten wird.

AUS „ENTWÄSSERUNG“ WIRD „WASSERBEWIRTSCHAFTUNG“
Daraus ergibt sich scheinbar die Notwendigkeit, für eine optimale Entwässerung zu sorgen, um die in kürzester Zeit anfallende Wassermenge möglichst schnell ableiten zu können. Diese Lösung erfasst aber nicht das Problem, dass dem Starkregen in der Regel eine längere Trockenzeit folgt. Das Wasser, dass man schnell abzuleiten versucht, fehlt anschließend. Schnelle Entwässerung ist keine Problemlösung sondern schafft nur neue. Die Aufgabenstellung für die Wasserwirtschaft lautet deshalb, einer größeren Wassermenge in kürzester Zeit Herr zu werden und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass auch danach in der Trockenperiode noch genügend Wasser für den Boden und damit für die Natur zur Verfügung steht. Aus der Aufgabe zu „entwässern“wird die Aufgabe, das Wasser zu „bewirtschaften“ und auch in Bereichen starker Versiegelung Wasser vorzuhalten.

500 von diesen Retentionsboxen wurden unter dem Klingenbergplatz als Wasserreservoir verbaut. Reinhard Hövel (r.) vom OOWV Trink- u. Abwasserzentrum Oldenburg zeigt Horst Bahn die Retentionsboxen in Originalgröße Foto: Hans Günter Rostalski

REGENWASSER BLEIBT VOR ORT
Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) löst diese doppelte Herausforderung einer Wasserbewirtschaftung mit dem Bau von Wasserspeichern. Regenwasser wird nicht möglichst schnell einem Fluss oder Kanal zugeführt sondern in Gräben gehalten oder in Rückhaltebecken vor Ort abgeleitet. So steht es dann in Form von Verdunstung und Befeuchtung des Bodens während einer trockenen Zeit der Natur wieder zur Verfügung.

RÜCKHALTEBECKEN UND BEGRÜNTE DÄCHER
Zum einen werden oberirdisch angelegte Rückhaltebecken angelegt – das sind dann die vielen Seen, Teiche und Tümpel hier im Stadtsüden. Deshalb entstehen, bevor die eigentlichen Baumaßnahmen beginnen, in Neubaugebieten wie in Tweelbäke oder auf dem entstehenden MTO-Gelände (das alte AEG-Gelände) zuerst Seen, die oberirdische Rückhaltebecken sind. Sie müssen eingerichtet werden, bevor die Versiegelung des Geländes durch Baumaßnahmen erfolgt. Dort, wo oberirdisch wegen schon vorhandener Versiegelung keine Becken mehr angelegt werden können, geht man unter die Erde. So nutzte der OOWV den Umbau des Klingenbergplatzes als Chance, um unter dem Platz ca 500 Retentionsboxen in einer Größe von 0,6m x 0,6m x 0,6m zu verbauen. Damit lassen sich ca 110 m³ Regenwasser speichern. Eine dritte Variante der Speicherung von Wasser vor Ort sind begrünte Dächer. In ihnen sieht Hövel ein großes Potenzial, um Wasser zurückzuhalten. Nicht alle Dächer sind für eine Begrünung geeignet. Aber auch wenn nur 20% der potentiell möglichen Dächer in Oldenburg begrünt sind, schätzt Hövel, dass bei einem Starkregen 15 000 m³ Regenwasser kurzfristig gespeichert werden könnten und so die Kanalisation entlastet wird.

So sieht der Bebauungsplan für das alte AEG Gelände aus. Am südlichen Ende ist eine Grünanlage mit 2 offenen Rückhaltebecken für Regenwasser vorgesehen . Die Flächen zwischen den Bebauungen werden nicht komplett gepflastert. Es wird einen gepflasterten Fuß- und Radweg geben, aber zwischen diesem und der Bebauung rechts und links sind unversiegelte Grünstreifen vorgesehen, wo Regenwasser versickern kann. Die Flachdächer der hier grau eingezeichneten neuen Gebäude werden begrünt.
Quelle: OOWV

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