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Unsere Empfehlung gegen Langeweile

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Foto: axl

Der neue Oldenburg-Krimi von Axel Berger: Der Kopfschlächter.

LESEPROBE
Vier schwarzgekleidete Gestalten huschten lautlos durch die Nacht. Der Mond lang hinter Wolken verborgen. Die Menschen im Ammerland schliefen den Schlaf der Gerechten. Nicht so diese verschworene Gemeinschaft. Sie hatten eine Mission zu erfüllen. Zwar keine Mission auf Leben und Tod, aber trotzdem durfte man sie nicht erwischen. Die Folgen wären empfindlich gewesen. Ihre Gesichter waren hinter gruselig aussehenden Atemmasken verborgen, die Augen leuchteten grün von den Nachtsichtgeräten davor, ihre Köpfe steckten unter Kapuzen, ihre Körper in Schutzanzügen. In leichtem Trab, tief geduckt, näherten sie sich dem etwa hundert Meter entfernt liegenden roten Backsteingebäude; einem Stall. Der Schein von gedimmten Taschenlampen flackerte im Rhythmus ihrer Schritte wild hin und her. „Leise! Verdammt nochmal, wir müssen leise sein! Wenn die uns erwischen, ist der Arsch ab“, raunte der Anführer, ein stämmiger Mann mit tiefer Stimme, den beiden anderen zu, als sie keuchend vor dem Gebäude ankamen und sich an einer der drei Türen auf der Rückseite zu schaffen machten. Mit nur wenigen Handgriffen verschafften sie sich Zutritt, die Sicherheitsvorkehrungen waren ein Witz. Die Tür schwang auf.

Ein ekelerregender Geruch nach Fäkalien und Ammoniak schlug ihnen entgegen, wurde aber zum Glück von den Atemmasken einigermaßen gedämpft. „Schalt die Kameras an. Wir müssen alles dokumentieren.“ Hektisch fingerten die drei an den mitgebrachten Geräten, sogenannten Go Pros, die sie mit Stirnbändern an ihrem Kopf befestigt hatten, herum. „Soundcheck. Eins, zwei, eins, zwei. Hast du mich?“ Sein Blick wanderte zu einer Gestalt, die sich ein breites, diabolisches Grinsen auf die Malermaske gezeichnet hatte. Im Dunkeln sah die Fratze furchterregend aus. „Ja!Läuft.“ „Gut. Seid ihr bereit?“ Drei nach oben gereckte Daumen signalisierten, dass es losgehen konnte. „Okay, dann los. Mir nach“, flüsterte der Anführer und trat ein. Seine Kumpane folgten ihm in das Gebäude. Der Lichtkegel der Taschenlampen schwenkte mit den mitgeführten Kameras im Einklang hin und her. Glitt über Wände, Pferche, Tiere und produzierte Bilder des Grauens. Schweine in viel zu engen Ställen, Sauen in sogenannten Befruchtungsboxen, unzählige Tiere mit eitrigen und entzündeten Wunden, blutend und still leidend. Flehende Blick. Und überall tote Tiere. „Hab ihr alles?“ „Ja, ich denke schon.“ „Gut, dann kommen wir jetzt zur Kür. Lasst uns die Kameras anbringen … Ausschwärmen, du nach dort vorne, du dorthin und ich gehe hier lang“, mit kurzen und knappen Bewegungen und Gesten dirigierte er sein Team durch die Dunkelheit. „Und du sicherst uns den Rückzug und passt auf, dass uns keiner hier überrascht!“ Die zierliche Person nickte stumm. Nach einer Weile sammelten sie sich wieder am Eingang und verschwanden in der Nacht. Sie hatten getan, was getan werden musste. Jetzt hieß es abwarten. Die versteckt angebrachten Kameras würde nun ihren Dienst verrichten müssen und das ans Tageslicht bringen, was eigentlich nie in den Fokus der Öffentlichkeit gelangen sollte …

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